Wie Sie einen guten Online-Kurs erstellen

Haben Sie sich als Trainer oder Akademie schon einmal gefragt, ob Sie einen Online-Kurs erstellen sollen? Mit diesen Tipps entwickeln Sie wirklich erfolgreiche Online-Trainings.

Online-Kurs erstellenFür die Überlegung, einen Online-Kurs zu erstellen, gibt es verschiedene Gründe: So haben Sie als Trainer nur eine begrenzte Anzahl von Tagen zur Verfügung, um Ihre Präsenztrainings durchzuführen. Oder Ihre Teilnehmer sollen Teile des Stoffes in Ruhe zu Hause vor- oder nachbereiten.

Auch Ihre Teilnehmer sparen viel Zeit und Geld, wenn sie den Kurs zumindest teilweise flexibel von zu Hause durchführen können. Zudem bieten kurze Einführungskurse Personalabteilungen oder zukünftigen Teilnehmern die Möglichkeit, sich von der Qualität Ihres Seminars zu überzeugen. Aus welchem Grund auch immer Sie sich dafür interessieren, einen Online-Kurs zu erstellen, sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

Abwechslungsreiche Lernmaterialien

Bei den meisten Online-Kursen handelt es sich um Video-Kurse. Aber selbst beim besten Redner wird dem Zuhörer schnell langweilig, wenn der Referent einfach nur stundenlang vor dem gleichem Hintergrund referiert. Gute Videos mit abwechslungsreichen Einblendungen sind allerdings sehr aufwändig und kostspielig zu produzieren. Überlegen Sie also, welches Material noch in Frage kommt, das den Teilnehmern Abwechslung aber auch die Möglichkeit zur Wissensvertiefung bietet:

  • Vertonte Powerpoints (z.B. mit der Software Camtasia erstellt)
  • Erklärvideos (z.B. von Simpleshow)
  • Lesetipps wie Artikel, Studienergebnisse oder ebooks
  • Übungsaufgaben / Transferaufgaben
  • Tests (Multiple Choice Aufgaben)
  • Persönliches Feedback, weitergehende Beratung
  • Webinare (z.B. über Adobe Connect)
  • Interviews mit Experten aus der Praxis zum Thema

Wir empfehlen als Einführung tatsächlich ein kurzes Video, damit die Teilnehmer sich ein Bild vom Dozenten machen können. In diesem Video sollten Sie sich (kurz!) und die Lernziele des Kurses vorstellen. Danach ist eine Abwechslung bei den Formaten sinnvoll.

Ein paar wertvolle Tipps, was Sie bei der Erstellung von Videos beachten sollten, finden Sie in dem deutschen TechSmith Artikel: 50 bewährte Tipps von den Profis für bessere Videos.

Gut strukturierter Inhalt (Konzept, Dauer und Zeiten)

Als Präsenztrainer oder Akademie verfügen Sie vermutlich über umfangreiche Materialien zu Ihrem speziellen Kurs. Machen Sie sich zunächst Gedanken darüber, was anders ist, wenn Sie einen Online-Kurs erstellen. Wie können Sie Ihre Teilnehmer, obwohl sie nicht anwesend sind, einbeziehen? Stellen Sie beispielsweise in einem Video trotzdem Fragen und gewähren den Teilnehmern Zeit, diese für sich zu beantworten, indem Sie sie ausdrücklich auffordern, das Video auf Pause zu stellen. Oder bieten Sie Arbeitsblätter zum Download an.

Machen Sie sich zudem Gedanken darüber, wie viel Zeit ein Teilnehmer in dieses Thema investieren möchte. Geht es ihm um einen schnellen Überblick, dann können Sie den Kurs knapp halten und lieber auf weiterführende Lektüre verweisen. Handelt es sich um eine Prüfungsvorbereitung, plant der Teilnehmer sicher mehr Zeit ein. Ebenso wichtig ist die Frage, ob der Teilnehmer zeitlich flexibel zu jeder Zeit lernen soll, oder ob Sie ihm einen Rahmen setzen möchten. Das erleichtert es dem Teilnehmer manchmal, dranzubleiben. Dies ist auch sinnvoll, wenn Teilnehmer sich untereinander austauschen sollen. Gleichzeitig schränkt die Vorgabe von Startterminen und Kurszeiten den Teilnehmerkreis ein. Sie erreichen so weniger Personen.

Zuletzt ist es wichtig, dem Kurs eine klare Struktur zu geben, so dass der Teilnehmer, der ja alleine vor dem PC sitzt, immer genau weiß, wo er sich befindet und wie viel vom Kurs er schon geschafft hat. Ein interessantes Inhaltsverzeichnis bietet außerdem Interessenten einen guten Einblick, was Sie erwartet.

Welchen Preis können Sie für einen Online-Kurs erzielen?

Die Preisbereitschaft für Online-Medien ist leider nach wie vor etwas geringer. Ein typischer Video-Kurs, der jederzeit abrufbar ist und meist ein bis fünf Stunden Material bereit hält, erzielt einen Durchschnittspreis von ca. 29,90 Euro. Dieser Preis ist vergleichbar mit dem eines Fachbuchs. Möchten Sie höhere Preise erzielen, benötigen Sie einen eindeutigen Mehrwert gegenüber Ihrem Wettbewerb oder weitere Zusatzleistungen wie ein anerkanntes Zertifikat oder individuelle Beratungsleistungen.

Mit welcher Lernplattform können Sie am besten einen Online-Kurs erstellen?

Bei der Auswahl der Lernplattform hängt es davon ab, welche Features sie bieten soll. Bei den meisten Anbietern können Sie relativ einfach die einzelnen Lektionen einrichten und diese mit verschiedenen Inhalten wie Videos, Präsentationen oder pdfs bestücken. Je nachdem wie Ihr Kurs angelegt ist, kann auch eine Begleitung der Kursteilnehmer in einem Forum, über automatisierte Mails oder begleitende Webinare sinnvoll sein. Auch die Bezahlung ist bei vielen Anbieter direkt möglich. Einige Anbieter bieten darüber hinaus Möglichkeiten, die Kurse gezielt zu vermarkten – beispielsweise über Affiliate Marketing oder Newsletter.

Die Plattform Udemy bewirbt die eingestellten Kurse sehr massiv, so bekommen Sie viele Teilnehmer für Ihren Kurs. Allerdings finden hier massive Sonderangebots-Aktionen statt, so dass Sie netto keine sehr hohen Gewinne erzielen. Wenn Sie Ihren Kurs selbst vermarkten möchten, hören wir in letzter Zeit viel Gutes vom deutschen Anbieter Elopage. Die Plattform ist einfach in der Bedienung und bietet zahlreiche interessanten Marketing-Möglichkeiten. Wenn Sie einen Anbieter für den Verkauf und die Zahlungsabwicklung suchen, nutzen viele den Anbieter Digistore24 oder Copecart. Eine weitere Alternative ist das WordPress Plugin Digimember, mit dem Sie Ihre Teilnehmer und Abonnenten verwalten können.

Weitere Anbieter: Teachable, Coursepath, Articulate, Moodle, E-Shepherd oder Lecturio…

Möchten Sie Webinare vermarkten, also Live Online-Trainings, bieten sich auch die Plattformen Zoom, GoToWebinar oder Edudip an. Hier geht es zu einem Vergleich verschiedener Webinar-Tools.

Wie können Sie Ihren Online-Kurs vermarkten?

Der Weiterbildungsmarkt ist umkämpft und die Vermarktung von Online-Kursen ist nicht einfach. Neben einem wirklich guten Kurs mit Alleinstellungsmerkmal helfen folgende Maßnahmen: Sammeln Sie positive Referenzen zufriedener Kunden. Weiterbildung ist nach wie vor ein Vertrauensthema, bei dem man sich gerne auf persönliche Empfehlungen verlässt. Wichtig ist auch, dass Sie potenziellen Kunden einen kostenlosen Einblick in den Kurs gewähren, beispielsweise eine kostenlose Probelektion. Weitere Maßnahmen:

  • Seminardatenbanken wie zum Beispiel Kursfinder, Kursnet, Semigator oder Springest
  • Seminar als Veranstaltung in Sozialen Netztwerken anbieten
  • Google Adwords
  • Kooperationen mit anderen Seminaranbietern
  • E-Mail Newsletter aufbauen

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