Six Sigma-Ausbildung: Wie Sie sich schnell und kostengünstig zertifizieren

Six Sigma ist ein Managementsystem, das optimal geeignet ist, um Fehler zu vermeiden und Kosten einzusparen. Mit einer Six Sigma-Ausbildung profilieren Sie sich als Führungskraft und helfen Ihrer Karriere auf die Sprünge.

Six Sigma-AusbildungDie Vorläufer von Six Sigma haben ihre Wurzeln in japanischen Industrie-Unternehmen, die damit seit den 1970er Jahren ihre Prozesse und Strukturen optimieren wollten.

Der US-amerikanische Konzern Motorola entwickelte Six Sigma in seiner heutigen Form im Jahr 1987. Weltweit erfolgreich wurde es vor allem durch seinen Einsatz bei General Electric.

CEO Jack Welch wurde für die Adaption des Managementsystems an sein Unternehmen von der International Society of Six Sigma Professionals eine hochrangige Auszeichnung verliehen. Das System wurde zwar in der Industrie entwickelt und zuerst in einem industriellen Kontext eingesetzt, durch sein Rationalisierungspotenzial und seine konsequente Kundenorientierung stieß es jedoch sehr schnell in unterschiedlichen Branchen auf Interesse. Zu den Six Sigma Pionieren im Dienstleistungssektor gehörte unter anderem die Citi Group – mit beeindruckendem Erfolg. Für das Geschäftsjahr 2000 wies die Citi Bank USA zusätzliche Gewinne in Höhe von 700 Millionen USA durch Six Sigma Projekte aus.

Was will Six Sigma?

Six Sigma wird projektbezogen eingesetzt. In der Wirtschaft ist es vor allem eine wichtige Methode des Qualitätsmanagements, da es in seinem Kern auf die Vermeidung von Fehlern abzielt. Außerdem ermöglicht Six Sigma, Kosten einzusparen sowie Prozesse im Hinblick auf Kundenorientierung, Schnelligkeit und Fehlerquoten zu optimieren. Six Sigma orientiert in diesem Kontext auf das Erreichen und Aufrechterhalten einer Null-Fehler-Toleranz. Der Name des Systems ist in dieser Hinsicht Programmatisch: Er bezieht sich auf die Standardabweichung einer vordefinierten Qualitätsgrenze in einem Spektrum von +/- 6. Hieraus resultiert ein Qualitätsniveau von mehr als 99,99 Prozent pro einer Million Fehlermöglichkeiten. Qualitätsverbesserungen erzielt Six Sigma durch die Reduktion der Schwankungsbreite der realen Qualität. Messgrößen hierfür sind die erforderlichen Prozesskosten, die Prozessdurchlaufzeiten sowie der Produktwert für die Kunden.

Was ist Lean Six Sigma?

Heute wird in der Industrie und im Dienstleistungssektor insbesondere das sogenannte Lean Six Sigma angewendet. Die Six Sigma Prinzipien und Prozesse werden dabei in vollem Umfang angewendet, jedoch mit Methoden und Konzepten des Lean Managements kombiniert. Im Zentrum der seit den 1990er Jahren diskutierten und entwickelten Managementstrukturen stehen kontinuierliche Qualitätssteigerungen und konsequente Kundenorientierung. Lean Six Sigma zielt darauf ab, aktuelle Kundenerwartungen in vollem Umfang, mit maximaler Qualität und auf der Grundlage wirtschaftlicher Kriterien zu erfüllen.

DMAIC – der Six Sigma Prozess

In einer Six Sigma-Ausbildung lernen die Teilnehmer zuallererst den grundlegenden Six Sigma Prozess kennen. Die DMAIC-Methode kann auf beliebige Unternehmensprozesse angewendet werden. Sie besteht aus den folgenden fünf Phasen:

1. Define
In der Define-Phase werden unternehmensinterne Hauptprozesse identifiziert, die durch Six Sigma zu optimieren sind.

2. Measure
Anschließend werden für diese Prozesse messbare Kennzahlen und Verbesserungsziele definiert. Dabei handelt es sich um die Erfassung qualitätskritischer Merkmale der Leistungserbringung aus der Kundenperspektive.

3. Analyse
In der dritten Phase des Six Sigma Prozesses erfolgt die Analyse der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge dieser Parameter sowie ihrer Beeinflussbarkeit in den Dimensionen Menschen, Methoden, Mitwelt sowie Management.

4. Improve
In der vierten Phase werden schließlich konkrete Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet, die sich auf die veränderbaren Prozessschritte zur Optimierung der identifizierten Einflussgrößen beziehen.

5. Control
Da Six Sigma vor allem auf die Verbesserung quantifizierbarer Parameter abzielt, ist es möglich, die Nachhaltigkeit der Prozessoptimierung durch ein wirksames Controlling zu überwachen.

Die Six Sigma-Rollen

Ein weiterer Bestandteil der Ausbildung ist das Erlernen und die Anwendung der Six Sigma-Rollen. Six Sigma beruht auf einem hierarchischen System, in dem den Akteuren abhängig von ihrer Erfahrung mit Six Sigma-Projekten unterschiedliche, aufeinander aufbauende Rollen zugewiesen werden:

  • Yellow Belt: Einsteiger, Unterstützung bei Teilaufgaben
  • Green Belt: Projektmitarbeiter, erste Leitungserfahrungen in einfachen Six Sigma-Projekten
  • Black Belt: Prozesspromotor, Leitung von umfangreichen Projekten
  • Master Belt: System-Promotor, Six Sigma-Trainer und Six Sigma-Coach
  • Champion: Macht-Promotor der Geschäftsleitung, Projekt-Sponsor, Projekteigner.

Einige Unternehmen definieren für ihre Six Sigma-Experten weitere Gürtelfarben – beispielsweise White Belts oder Blue Belts – die auf spezifische Six Sigma-Kompetenzen verweisen und innerhalb des Systems den Charakter von Auszeichnungen tragen.

Six Sigma-Werkzeuge

Für die Realisierung von Six Sigma-Projekten existiert eine Vielzahl von Werkzeugen, deren Auswahl und Anwendung im Rahmen einer Six Sigma-Ausbildung selbstverständlich ebenfalls vermittelt wird. Für die Anwendung des Systems ist eine sogenannte Toolbox – der Six Sigma-Werkzeugkasten – vorgesehen, die 7 x 7 Werkzeuge so strukturiert, dass es möglich ist, damit alle Six Sigma-Aufgaben in Unternehmen abzudecken. Diese Tools gibt es für die folgenden übergreifenden Prozesse/Tätigkeiten:

  • Kundenanalyse
  • Projektmanagement
  • Prozessanalyse im Rahmen von vorhandenen oder angestrebten Lean-Management-Strukturen
  • Planungs- und Entscheidungstechniken, Management
  • Prozessdesign
  • Visuelle Darstellungen, Grafik
  • Analyse, Steuerung, Statistik.

Six-Sigma-Zertifizierung

Eine Six Sigma-Zertifizierung ist der offizielle Nachweis der erlangten Kompetenzen innerhalb des Six Sigma-Systems. Zertifiziert wird der jeweils erreichte Belt. Erwartet wird, dass die damit Ausgezeichneten ihr Wissen und ihre Projekterfahrungen auch danach stabilisieren und weiterentwickeln.

Das Six Sigma-Zertifikat nach ISO 13053 Norm und ASQ-Standard ist ein international anerkannter Standard. Es darf von unterschiedlichen Anbietern einer Six Sigma-Ausbildung ausgegeben, die in Deutschland einer unabhängigen Überwachung unterliegen, die beispielsweise durch den TÜV erfolgt. Einheitliche Ausbildungsgänge und standardisierte Prüfungen für Six Sigma gibt es bisher nicht. In der Regel umfassen die Kurse theoretische Methodenschulungen und praktische Übungen. Für die Zertifizierung ist außerdem ein erfolgreich durchgeführtes und entsprechend dokumentiertes Optimierungsprojekt auf der Grundlage der DMAIC-Methode nachzuweisen.

Die Dauer der Ausbildung wird durch den jeweiligen Anbieter festgelegt. In der Praxis werden oft Präsenzseminare über sechs bis 14 Tage angeboten. Die Kosten für den jeweils nächsten Belt liegen pro Kurs zwischen 3.500 und 5.000 Euro.

Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, eine Six Sigma-Ausbildung online zu absolvieren. Hiermit sind für die Teilnehmer mehrere Vorteile verbunden:

  • Freie Zeiteinteilung
  • Erarbeitung der Ausbildungsinhalte im eigenen Tempo
  • Lernen in gewohnter Umgebung
  • Wegfall von Reisekosten.

Zudem werden die Online-Ausbildungen im Vergleich zu Präsenzkursen meist günstiger angeboten.

Anbieter für eine Six Sigma-Ausbildung

Six Sigma Green Belt – Six Sigma Academy Amsterdam

In diesem englischsprachigen Online-Kurs der Six Sigma Academy Amsterdam lernen Sie von Universitäts-Dozenten die Grundlagen von Six Sigma. Dies ist ein effizienter und kostengünstiger Weg für die Erreichung eines Zertifikats. Zum Anbieter*…

Six Sigma Helling und Storch

Auf der Lernplattform Lecturio können Sie den Six Sigma Green Belt Kurs ebenfalls rein online absolvieren. Der deutschsprachige Dozent ist einer der ersten Six Sigma Master Black Belts Deutschlands und blickt auf viele Jahre, hunderte Projekte und mehr als 10.000 Teilnehmer Erfahrung in Schulung und Anwendung der Six Sigma Methoden zurück. Lehrgangs- und Coaching-Produkte von Helling und Storch sind vielfach ausgezeichnet und weltweit im Praxiseinsatz bei mittelständischen Unternehmen und namhaften Konzernen. Zum Anbieter*…

Six Sigma Zertifizierung bei der Haufe Akademie

Bei der renommierten Haufe Akademie können Sie in sieben Tagen vor Ort das Qualifizierungsprogramm Six Sigma Green Belt absolvieren. Im Anschluss daran gibt es die Möglichkeit, die Prüfung dann online abzulegen. Zum Anbieter…

Fazit:

Im Rahmen einer Six Sigma-Ausbildung lernen Sie, wie Sie in Ihrem Unternehmen Prozesse nachhaltig, wirtschaftlich und kundenorientiert optimieren. Ein entsprechendes Zertifikat weist Ihren Ausbildungsstand und Ihre Six Sigma-Projekterfahrung aus. Ihrer Karriere kann diese Zertifizierung ausgesprochen dienlich sein. Eine Online-Ausbildung ist der effektivste Weg, eine Six Sigma-Zertifizierung zu erhalten.

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